Wie lange dauert eigentlich der Bau eines Fertighauses?

Wie lange dauert eigentlich der Bau eines Fertighauses?

Eine der uns im Rahmen unserer Gespräche mit Interessenten am häufigsten gestellte Frage ist die nach der Bauzeit – oder genauer gesagt: „Wann können wir denn in unser Haus einziehen?“. Wie auch sonst halten wir auch hier absolute Offenheit und Ehrlichkeit für unerlässlich. Denn schließlich wollen bzw. müssen unsere Bauherren auch planen. Es hängen oftmals eine Vielzahl von Entscheidungen rund um die Bauzeit bzw. den Einzug daran, so zum Beispiel die Einschulung der Kinder, die Wahl des Kindergartens, die Urlaubsplanung usw.

Mit welchen Zeiten müssen wir denn konkret rechnen?

Eine allgemein verbindliche Antwort ist hier gar nicht so leicht, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Daher betrachten wir einmal die einzelnen Punkte von der Beauftragung bis zum Einzug. Virtuell kann man die Zeit bis zur Hausübergabe in zwei Teile teilen:

  • den Teil der Planung, Bauantragstellung und Ausstattungsberatung sowie
  • den Teil der Produktionsvorbereitung, Errichtung und Fertigstellung

Teil 1 – die Planung

In etwa die Hälfte der Zeit entfällt auf Teil 1. Sie beginnt mit der Beauftragung/dem Vertrag. Oft beauftragen uns Bauherren unter einem sogenannten „Vorbehalt“. Das heißt, sie erhalten ein kostenfreies Rücktrittsrecht, wenn sich z. B. die Finanzierung als nicht realisierbar herausstellt oder das Wunschgrundstück doch nicht zur Verfügung steht. Wichtig zu wissen: Wird ein Auftrag unter einem Vorbehalt erteilt, so wird dieser im Werk geprüft und bestätigt. Es werden die für die Finanzierung erforderlichen Unterlagen (z. B. Wohnflächenberechnung, Berechnung des umbauten Raumes sowie die KfW-Onlinebestätigung) zur Verfügung gestellt. Danach warten wir auf das „Go“ der Bauherren.

Liegt dieses „Go“ vor und der Auftrag wird quasi „scharf geschaltet“, starten unsere Bauherren gemeinsam mit unseren Architekten mit der Erstellung des Bauantrages. Dafür werden Lagepläne benötigt und oftmals werden noch kleinere oder größere Änderungen am eigentlichen Plan vorgenommen.

Ist der Bauantrag beim Bauamt eingereicht, wird im Werk die daraus resultierende Werkplanung erstellt. Parallel dazu erhalten unsere Bauherren eine Einladung zur Ausstattungsberatung/Bemusterung. Und während die Kolleginnen und Kollegen im Werk die technische Umsetzung sowie die Ausstattungsberatung vorbereiten, kümmern sich unsere Bauherren um die Küchen- sowie die Elektroplanung.

Nach der Ausstattungsberatung werden alle getroffenen Entscheidungen in die finale Werkplanung eingepflegt und diese den Bauherren zur Freigabe vorgelegt. Auch benötigen wir nun die Finanzierungssicherstellung ihrer Bank.

Wie man erkennen kann, ist in dieser Phase eine umfassende Abstimmung zwischen vielen Beteiligten wichtig. Und zu diesen Beteiligten gehören auch die Bauherren. Würden wir die einzelnen zu erledigenden Punkte aneinanderreihen und Kommunikationswege ignorieren (nicht jede Mail von uns kann von den Bauherren unverzüglich beantwortet werden), so wäre der erste Teil binnen ca. 8 Monaten zu erledigen. Doch die Vielzahl von Beteiligten und auch die persönlichen Herausforderungen können aus diesen 8 auch mal 12 Monate werden lassen. Beispielhaft sei hier die Terminvereinbarung zur Ausstattungsberatung genannt. Oftmals haben unsere Bauherren schulpflichtige Kinder (oder sind z. B. Lehrer). Dann kann eine Bemusterung nur in den Schulferien erfolgen – was dann auch mal eine längere Wartezeit bis zur nächsten Ferienzeit als Konsequenz hat. Auch das Warten auf einen beteiligten Dritten kann sich nachteilig auswirken. So haben erst kürzlich Bauherren von uns fast 3 Monate auf den für den Bauantrag erforderlichen Lageplan gewartet.

Teil 2 – Vorbereitung, Errichtung und Fertigstellung

Liegen uns die Produktionsfreigabe und die Finanzierungssicherstellung vor, können wir mit der Produktionsplanung starten. Sichtbarer Startschuss für diese Phase ist die Anlaufberatung, bei welcher unsere Bauherren ihren Bauleiter kennenlernen und letzte Abstimmungen am Grundstück vornehmen. Wenige Wochen später werden Fundament oder Keller erstellt und danach wird das Haus geliefert. Je nach Hausgröße und Komplexität beträgt die reine Bauzeit (ohne Bodenplatte) ca. 3 bis 5 Monate.

Und was macht das jetzt „in Summe“?

Wie man schön erkennen kann, kann man diese Frage nicht pauschal mit einer bestimmten Zeitdauer beantworten. Schauen wir uns die realisierten Projekte an, so betrugen die Fertigstellungszeiten von der Ausräumung eventueller Vorbehalte bis zum Einzug zwischen 15 und 24 Monaten. Aktuell kalkulieren wir – auch zur Sicherheit unserer Bauherren – mit 18 bis 21 Monaten. Ob es eher mehr oder eher weniger wird, hängt zu einem großen Teil nicht an uns, sondern an den vorgenannten Punkten aus Phase 1.

Gerade Fertighausanbietern haben aufgrund der vereinbarten Zahlungsmodalitäten das gleiche Interesse wie die Bauherren, nämlich das Haus so schnell wie möglich fertigzustellen. Denn anders als beim Stein-auf-Stein-Haus verdient der Fertighaushersteller „sein Geld“ erst mit Übergabe des Hauses (die Schlussrate nach Übergabe beträgt nämlich 10 % der Bausumme). Es kann daher nicht im Interesse des Anbieters liegen, schuldhaft die Fertigstellung zu verzögern. Daher suchen wir immer die enge Kommunikation mit unseren Bauherren, um die Projekte so schnell wie möglich fertigzustellen.

Sondersituationen, auf welche wir keinen Einfluss haben

Gerade in den letzten Monaten konnten wir erfahren, dass selbst die schönste Planung von einer Minute auf die andere zu Makulatur werden kann. Die Corona-Pandemie hat vieles durcheinander gebracht. Dies gipfelt aktuell in einer sich zuspitzenden Knappheit an Baustoffen wie Sand und Holz. Kein Anbieter hat hier einen Einfluss auf diese Entwicklung. Und daher ist es absolut nicht auszuschließen, dass sich Fertigstellungszeiten egal welcher Bauweise tatsächlich verlängern. Hier sind übrigens die großen Anbieter wie Hanse Haus gegenüber den kleinen eindeutig im Vorteil. Denn durch die hohe Abnahmemenge und die damit verbundene „Marktmacht“ werden die großen Anbieter noch beliefert. Kleinere hingegen müssen bereits jetzt Liefertermine wegen Materialmangels auf unbestimmte Zeit verschieben.

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