Wiederaufnahme der Neubauförderung – erste Informationen

Wiederaufnahme der Neubauförderung – erste Informationen

Wir haben es geahnt, und unsere Bauherrenfamilien sowie Interessenten auch ebenso beraten: Die Wiederaufnahme der Neubauförderung steht unmittelbar bevor. Was dies für bestehende Verträge und zukünftige Bauherrenfamilien bedeutet, beantworten wir heute in diesem Beitrag.

Zahlen, Daten, Fakten – was wir bereits wissen

Seit dem 06.04. sind folgende Fakten bekannt:

  • Ab dem 20. April 2022 können wieder Förderanträge für KfW40-Häuser gestellt werden;
  • die bisher sehr attraktive reine Zuschussvariante wurde gestrichen, zukünftig kann nur noch die Darlehensvariante mit Tilgungszuschuss beantragt werden;
  • die Förderung von Effizienzhäusern mit Gasheizungen ist nicht mehr vorgesehen;
  • auch die Förderung für den Gebäudeenergieberater lebt wieder auf.
Die einzelnen Zahlen im Überblick
Effizienzhausstandard Darlehenshöhe Tilgungszuschuss
Effizienzhaus 40 EE 150.000 EUR 15.000 EUR = 10 %
Effizienzhaus 40 NH 150.000 EUR 18.750 EUR = 12,5 %
Effizienzhaus 40 Plus 150.000 EUR 18.750 EUR = 12,5 %

Gemäß den Ausführungen auf der KfW-Website wird die Baubegleitung „mit einem zusätzlichen Kreditbetrag und Tilgungszuschuss“ gefördert. Die maximal förderfähigen Kosten belaufen sich hier auf 10.000 EUR, die mit 50 % bezuschusst werden. Der Kreditbetrag erhöht sich um die Kosten für die Baubegleitung, der Zuschuss um 50 % derselben. Liegen also die Kosten für die Baubegleitung bei z. B. 8.000 EUR, so beträgt der Darlehensbetrag 158.000 EUR, der Tilgungszuschuss sodann 19.000 EUR bzw. 22.750 EUR.

Wichtig zu wissen: Seitdem die KfW die NH-Klasse (NH = Nachhaltigkeit) eingeführt hat, ist unklar, welche Nachhaltigkeitszertifikate anerkannt werden, bzw. welche Voraussetzungen zu erfüllen sind. Dieser Schwebezustand zieht sich nunmehr bereits ca. 1 Jahr. Daher ist nicht davon auszugehen, dass diese Förderklasse überhaupt von Bedeutung sein wird. Hanse Haus wird sich hier aus den besagten Gründen nicht weiter engagieren.

Was bedeutet dies für Bauherrenfamilien, welche bereits einen Vertrag mit uns abgeschlossen haben?

Vorab: Wer mit uns baut, baut in der Regel im KfW40-Standard oder besser (KfW40 EE oder KfW40+). Daher ist der Entfall der Förderung für das Effizienzhaus 55 für unsere Bauherren und uns nicht relevant. Familien, welche vor dem 24.01.2022 (dem abrupten Stopp der Förderung), oder aber danach einen Auftrag zum Bau eines Hanse Hauses erteilt haben, sind auf der sicheren Seite. Denn seit der Neuordnung der Förderung vor rund einem Jahr statten wir alle Aufträge zur Sicherheit der Bauherren mit einer Zusatzvereinbarung „Aufschiebende Bedingtheit der Bauleistung“ aus. Diese Vereinbarung sichert unsere Kunden ab. Der Vertrag ist so lange kündbar, bis final eine Förderung zugesagt wurde, oder aber abweichend und explizit erklärt wird, dass die Kunden auf die finanzielle Unterstützung verzichten. Sobald also die neuen Rahmenbedingungen feststehen, werden die Kolleginnen und Kollegen von Hanse Haus damit starten, die zum Erlangen der Zuschüsse erforderlichen „Bestätigungen zum Antrag (BzA)“ auszustellen. Damit werden unsere Bauherren zu den ersten am Markt gehören, welche diesen Zuschuss beantragen können. Doch führt nun kein Weg an der baufinanzierenden Bank vorbei, bei der nun das Effizienzhausdarlehen beantragt werden muss. Das verlängert den Entscheidungsprozess und bedeutet entsprechend: Keine Zeit verlieren, denn die Mittel sind begrenzt!

Was ergibt sich für Interessenten, welche sich in der Entscheidungsphase befinden?

Zuerst sollten diese Interessenten prüfen, ob das geplante Haus (sofern es nicht mit uns entwickelt wurde) den aktuellen KfW40 oder 40+-Bedingungen entspricht. Sollte dies nicht der Fall sein, sollte unbedingt geprüft werden, welche Mehraufwendungen für die Ausführung in dieser Effizienzhausklasse entstehen werden.

Bauherren, welche sich in der Planungsphase mit unserem Team befinden, sind wiederum auf der sicheren Seite. Denn wir planen nach wie vor in den (voraussichtlich) förderfähigen Standards. Wer sich also aktuell in der Planungsphase mit uns befindet, wird aller Voraussicht nach bei einer Auftragserteilung ebenfalls in den Genuss der Förderung kommen. Die Absicherung über die oben genannte „Aufschiebende Bedingtheit der Bauleistungen“ gehört selbstverständlich auch weiterhin dazu!

Und was ist mit denen, die noch nicht so weit sind?

Vorab: Keine Förderung ist es wert, bei einer Planung die erforderliche Sorgfalt außer Acht zu lassen und übereilt einen Anbieter zu beauftragen. Einer Beauftragung sollte immer eine finale Planung (und nicht ein Standardentwurf aus dem Katalog, der noch angepasst werden muss) vorausgehen. Darüber hinaus sollten die Wünsche der Bauherren aufgenommen, mit einem Preisschild versehen und eine Vorbemusterung durchgeführt werden. Dieser Prozess dauert je nach Situation zwischen 4 und 8 Wochen. Wer sich also aktuell mit dem Gedanken beschäftigt, ein Haus zu bauen, sollte die Planung vorantreiben. Doch ist ein überstürztes Handeln hier fehl am Platze. Denn die Entscheidung für den falschen Anbieter kann am Ende teurer werden, als die attraktive Neubauförderung.

Was uns nachdenklich macht

In der Vergangenheit wurde die weit überwiegende Zahl der Häuser in der heute nicht mehr förderfähigen Version als Effizienzhaus 55 geplant und ausgeführt. Warum? Weil gerade im Stein-auf-Stein-Bau die Mehrinvestition in den Bau eines Effizienzhauses 40 oder besser höher ausfiel, als das Mehr an Förderung. Denn die klassische „Massiv“bauweise ermöglicht den Bau eines höheren Standards nur mit hohem Mehraufwand. Plötzlich erklären die entsprechenden Verbandsvertreter, dass die geplante 1 Mrd EUR ja „zu wenig“ sei. Warum? Weil nunmehr „plötzlich“ die bisher als Effizienzhaus 55 geplanten Häuser als Effizienzhäuser 40 realisiert werden sollen. Diese Entwicklung zeigt die Absurdität und das Missbrauchspotential der bisherigen Subventionspolitik auf. Denn diese hat in der Vergangenheit zum Gegenteil dessen geführt, was politisch gewollt war – nämlich dem Bau (und der Förderung) WIRKLICH energieeffizienter Gebäude. Und Effizienzhäuser 55 entsprachen schon seit vielen Jahren dem üblichen Stand der Technik, der auf diesem Weg vom Bund letztendlich mit bis zu 10% der Baukosten subventioniert wurde. Um Energieeffizienz ging es vielen – hauptsächlich gewerblichen – Anbietern dabei mitnichten. Es ging nur um ein möglichst gutes Verhältnis der Förderung zur Investition und damit um die Renditemaximierung. Es ist verstörend, solch eine Verschwendung von Steuergeldern beobachten zu müssen, während Bauherren echter Effizienzhäuser nunmehr voraussichtlich eine deutliche Reduzierung der Förderung hinnehmen und sich um 1 Mrd. EUR „streiten“zu müssen.

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