Wo kommen eigentlich die Preisunterschiede her?

Wo kommen eigentlich die Preisunterschiede her?

In unserer täglichen Arbeit versuchen wir stets, die Wünsche und Vorstellungen der zukünftigen Bauherren so gut es geht umzusetzen. Einer der ganz wesentlichen Punkte ist dabei, diese dem Budget anzupassen. Letztendlich ist es dabei völlig gleichgültig, ob Sie mehr Geld als geplant nicht ausgeben möchten oder können. Hinzu kommt, dass mittlerweile der Grundstückspreis einen ganz wesentlichen Faktor in der Gesamtkostenkalkulation ausmacht und oft das für den Baukörper zur Verfügung stehende Budget schmälert.

Doch selbstverständlich schaut man sich als Bauherr auf dem Markt um. Und wer sich nicht beruflich bedingt regelmäßig mit den verschiedenen Anbietern beschäftigt, verliert schnell den Überblick. In der Automobilindustrie weiß man, welcher Hersteller welchem Preis- und Qualitätssegment zuzuordnen ist – doch wie ist es in der Hausbaubranche?

Welcher Preisunterschied ist realistisch?

Um diese Frage zu beantworten, sollten wir uns einmal etwas intensiver mit der Struktur eines Hauses auseinandersetzen: Unabhängig von der Bauweise benötigt jedes Haus eine Heizung, eine Elektro- und Sanitärinstallation, Küchenanschlüsse und natürlich eine Gründung (Bodenplatte oder Keller). Wände, Decken und natürlich ein Dach kommen selbstverständlich auch hinzu. In der Fertighausindustrie besagt eine Daumenformel, dass rechnerisch auf jede/-n Mitarbeiter/-in des Herstellers ein ausgeliefertes Haus pro Jahr kommt. Hat also ein Unternehmen 500 Mitarbeiter, dann wird das Unternehmen auch ca. 500 Häuser pro Jahr ausliefern. Das Einsparpotential ist in diesem Segment also sehr überschaubar – es sei denn, Sie können als Anbieter die Produktionskosten senken. Wenn Sie also in einem Billiglohnland produzieren, so verringert sich der Lohnanteil des Hauses für diesen einen „rechnerischen“ Mitarbeiter. Verdient ein Mitarbeiter also 20.000 EUR weniger im Jahr, so könnte das Haus auch theoretisch um diesen Betrag günstiger produziert werden. Ob diese Ersparnis auch beim Bauherren ankommt, steht auf einem anderen Blatt. Denn in einem anderen Land zu produzieren, bedeutet zwangsläufig auch längere Anfahrtswege, mehr Koordinationsaufwand und höhere Lohnkosten auf der Baustelle für die An- und Abreise der Mitarbeiter sowie die so genannte Auslöse. Auf der anderen Seite der Medaille steht dann noch die Frage, mit welchen Nachteilen Sie sich diese günstigeren Leistungen erkaufen (Gewährleistung, Gerichtsstand des Unternehmens, Erreichbarkeit von Ansprechpartnern….).

Doch woher kommen dann diese Differenzen?

Wenn wir unsere sehr umfangreich ausgestatteten Häuser mit denen anderer Anbieter vergleichen, so ergeben sich oftmals Preisunterschiede für die schlüsselfertige Ausführung von 50.000 EUR und mehr. Da könnte man meinen, dass Hanse Häuser zu teuer sind. Doch das ist mitnichten der Fall! Denn die Hersteller verfügen über eine außerordentlich effiziente „Stellschraube“, den Preis zu steuern: Die Bauleistungs- und Ausstattungsbeschreibung. Denn in dieser steht, welche Gegenleistung Sie für Ihr Geld erhalten. Viele Punkte erschließen sich einem schnell: Wie viele Steckdosen und Lichtschalter sind im Haus? Sind die Malerarbeiten enthalten und sind die Bäder fertig ausgestattet?

Doch der Teufel steckt im Detail. Zum einen deswegen, weil Begrifflichkeiten wie „schlüsselfertig“, „bezugsfertig“ usw. eben nicht genormt sind. Insofern liegt es auf der Hand, dass Sie auf die Frage „wieviel kostet dieses Haus in schlüsselfertig“ sehr unterschiedliche Antworten erhalten werden.

Darüber hinaus werden Fertighäuser sehr häufig „ab Oberkante Bodenplatte“ oder „ab Oberkante Kellerdecke“ angeboten. Was konkret verbirgt sich dahinter? Die Antwort ist banal: Die Leistung des Herstellers beginnt erst, nachdem Sie als Bauherren die Bodenplatte zur Verfügung gestellt (oder aber separat beauftragt) haben. Alleine hier verbergen sich schnell 25.000 EUR und mehr. Auch die Architektenleistungen, welche zur Erlangung einer Baugenehmigung erforderlich sind, sind oftmals nicht Leistungsbestandteil und müssen separat beauftragt werden.

Aktionen von Herstellern zu bestimmten Ausstattungen und Anbauteilen machen die Angelegenheit letztendlich kaum noch vergleichbar.

Unsere Erfahrungen: Alle kochen mit dem gleichen Wasser

Wer mit dem spitzen Bleistift rechnet und die Leistungen der Anbieter aneinander anpasst, wird feststellen: Die Preisunterschiede, die auf den ersten Blick schnell im höheren fünfstelligen Bereich liegen, gibt es nicht. Wenn ich die gleichen Leistungen bei verschiedenen Anbietern kaufe, werde ich auch fast genau die gleichen Preise bezahlen. Übrig bleiben Unterschiede von erfahrungsgemäß ca. 2.000 bis 8.000 EUR. Der Rest? Sind Leistungsunterschiede.

Was ist Ihnen wichtig?

Als Bauherrenfamilie sollten Sie sich die Frage stellen, was Ihnen wichtiger ist: Wollen Sie diese letzten Euros herauskitzeln? Das ist selbstverständlich möglich. Dann sollten Sie genau hinschauen und sich der Unterstützung eines Fachmannes bedienen, der sich mit Bauleistungs- und Ausstattungsbeschreibungen sowie Gewährleistungsschnittstellen auskennt. Denn wenn Sie z. B. die Bodenplatte „bauseits“ beauftragen müssen, dann benötigen Sie hierfür eine Hausstatik, welche wiederum die Basis für die Bodenplattenstatik bildet (wer erstellt diese?). Und von wem kommt das erforderliche Baugrundgutachten, welches überhaupt erst Auskünfte über die optimale Gründung gibt?

Wer hingegen als Laie einfach „nur“ ein fertiges Haus bauen möchte, sollte sich einen passenden Anbieter suchen, der möglichst viele der erforderlichen Leistungen aus einer Hand bietet. Denn dies spart nicht nur Nerven. Sie haben in diesem Fall bei Gewährleistungsansprüchen auch nur EINEN Partner – den Hausanbieter!

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