Wieviel Wasser ist eigentlich in einem Neubau?

Wer sich mit dem Bau eines eigenen Hauses beschäftigt, stößt immer wieder auf den Begriff „trockenheizen“. Damit ist das Abführen der unweigerlich beim Bau in das Bauwerk eingebrachten Feuchtigkeit (sprich Wasser) gemeint. Doch wie viel Wasser wird eigentlich benötigt – und wie bekommt man es wieder raus?
Wird ein Haus Stein auf Stein errichtet, so wird hierfür Mörtel oder Kleber benötigt. Beides wird wie ein guter Kuchenteig mit Wasser angemacht. Hinzu kommen der Beton- oder Anhydrid-Estrich, die Betondecken sowie der Maschinengipsputz. Und so kommen nach seriösen Schätzungen bei dieser Bauweise zwischen 10.000 und 20.000 Litern Wasser zusammen. Dieses Wasser wird in den Wänden gebunden und muss über die nächsten Monate und Jahre (Experten sprechen von bis zu 4 Jahren!!!) teuer „herausgeheizt“ werden.

Am einfachsten funktioniert dieses „Herausheizen“ bei Estrich. Denn jede moderne Heizung verfügt über ein Estrichaufheizprogramm. Wird das Haus über eine Fußbodenheizung beheizt, kann so über die Heizschlangen eine starke Erwärmung erfolgen und die Feuchtigkeit wird an die Raumluft abgegeben. Regelmäßiges Stoßlüften führt dann dazu, dass die so genannte „Belagreife“ nach ca. 4 bis 6 Wochen gegeben ist. Erst dann kann weiter gebaut werden.

Deutlich problematischer stellt sich die Situation in den Wänden dar. Denn hier steht keine Heizung zur Verfügung und die Feuchtigkeit muss nach dem Einzug nach und nach abgeführt werden. Auch hier ist auf eine regelmäßige Stoßlüftung zu achten. Außerdem raten Experten dazu, Möbel mit einem deutlichen Abstand zu den Wänden zu stellen, um eine Zirkulation der Luft zu ermöglichen und damit Schimmel zu verhindern.

Wichtig: Erst wenn das Wasser aus den Wänden und Decken heraus ist, werden die ermittelten Dämmwerte der Bauteile erreicht. Und auch erst danach werden die Heizkosten sinken.

Deutlich geringerer Wasserbedarf beim Fertighaus

Der Fertighausbau ist ein Trockenbau! Da im Fertighaus die Wände und Decken aus Holz gefertigt und bereits im Werk zu 80 bis 85 % vorproduziert werden, wird hier keinerlei Wasser für die Errichtung benötigt. Im Gegenteil: Das verbaute Holz wird noch vor der Verarbeitung auf eine völlig unbedenkliche Restfeuchte von <15 % technisch getrocknet. Der Rohbau ist damit von Anfang an trocken. Lediglich für den Estrich (dieser gewährleistet einen optimalen Wärmeübergang der Fußbodenheizung und verbessert die Trittschalldämmung) wird noch Wasser benötigt. Doch wie bereits ausgeführt, wird diese Feuchtigkeit über das Aufheizprogramm der Heizung bereits an die Raumluft abgegeben. Der im Bauwerk gebundene Wasseranteil fällt daher rund 90 % niedriger aus als beim Stein-auf-Stein-Bau!

Die Vorteile des Fertighausbaus liegen somit auf der Hand:

  • keine Veränderung der Bausubstanz (z. B. Schwinden) durch den Entzug des Wassers;
  • Von Anfang an können (nach Abschluss der Estrich-Aufheizphase) alle gewünschten Wand- und Bodenbeläge aufgebracht werden;
  • Keine Gefahr der Schimmelbildung durch (zu) langsame Abgabe der Feuchtigkeit in die Raumluft;
  • Von Anfang an niedrigste Heizkosten durch stets trockene Wände nebst Dämmung.

Fazit: Auch bei solch – vermeintlich – unwichtigen Punkten ist das Fertighaus der Stein-auf-Stein-Bauweise deutlich überlegen!